BACKUP, BACKUP, BACKUP!

Wann haben Sie das letzte mal ein Backup gemacht?

Als mein Notebook mir meldete, dass ich es bezüglich der Datensicherung etwas vernachlässigt hätte, musste ich mich selbst ermahnen und dachte mir, dass ich passenderweise gleich einen Artikel dazu verfassen könnte. Sind die Daten erstmal weg, ist das sehr ärgerlich und ggf. auch teuer. Spezialisten können zwar aus defekten Festplatten Daten retten, die Kosten gehen dort aber schnell in den 4-stelligen Bereich. Also lieber einmal häufiger ein Backup machen und es bestenfalls trotzdem nicht brauchen!

 

Warum eigentlich ein Backup?

Ein Backup bietet Ihnen Sicherheit. Warum Sie es brauchen könnten kann viele Gründe haben, hier ein paar davon:

– Festplattendefekt (Eine Festplatte ist mehr oder minder auch nur ein Verschleißteil und kann nach einer gewissen Nutzungsdauer Defekte aufweisen)

– Hardwareschaden (Notebook fallen gelassen, Kaffee drübergekippt, Blitzeinschlag… Es kann viele Gründe geben, die Ihrem Computer unvorhersehbar den Garaus machen)

– Verlust des Computers (Das Notebook im Zug/Bibliothek liegenlassen, Diebstahl, etc.pp)

– Virus oder Cryptotrojaner (Manchmal hilft die größte Vorsicht nicht. Vor allem bei Verschlüsselungstrojanern hilft nur ein Backup)

– Wiederherstellung von versehentlich gelöschten Daten

 

Wie mache ich ein Backup?

Auf einem externen Speicherort (externe Festplatte oder NAS) und so häufig wie möglich. Durch die Verwendung inkrementeller Backups werden bei jedem Backup nur die Daten hinzugefügt, welche sich seit dem letzten Backup geändert haben, somit hält sich der Speicherbedarf in Grenzen. Ihr Sicherungsmedium sollte logischerweise mindestens so groß sein, wie Ihre verbaute Festplattenkapazität. Durch größere Dimensionierung ist mehr Platz für Versionierung, wodurch sie auch Zugriff auf frühere Versionen Ihrer Daten haben und nicht nur auf den letzten gesicherten Stand. Backups lassen sich bei fast jedem System mit Hausmitteln erledigen, hier zeige ich, wie:

 


Windows:

Unter Windows haben Sie zweierlei Möglichkeiten für Backups. Einmal die vollautomatische Sicherung Ihres Nutzerordners sowie die Komplettsicherung Ihres Systems als Datenträgerabbild.

Vollautomatische Sicherung des Nutzerordners (Windows 8 und höher):

Klicken Sie auf Start (Windowsicon) -> Einstellungen -> Im erscheinenden Fenster auf ‚Update und Sicherheit‘ -> Sicherungen.

Rechts klicken Sie nun auf ‚Laufwerk hinzufügen‘ und wählen Ihr angeschlossenes Laufwerk für Backups aus.

Das war’s auch schon. Solange das Laufwerk angeschlossen ist, werden die Daten Ihres Benutzerordners gesichert. Der Nachteil liegt darin, dass somit keine installierten Programme und Daten außerhalb Ihres Nutzerordners gespeichert werden.

 

Wiederherstellung:

Geben Sie ‚Dateien wiederherstellen‘ in das Suchfeld auf der Taskleiste ein, und wählen Sie dann ‚Dateien mit Dateiversionsverlauf wiederherstellen‘ aus.

Suchen Sie die gewünschte Datei, und blättern Sie mit den Pfeilen durch die Versionen der Datei.

Wenn Sie die gewünschte Version gefunden haben, wählen Sie ‚Wiederherstellen‘ aus, um das Element am ursprünglichen Speicherort zu speichern. Wenn Sie einen anderen Speicherort verwenden möchten, halten Sie die Schaltfläche ‚Wiederherstellen‘ gedrückt (oder klicken mit der rechten Maustaste), wählen ‚Wiederherstellen in‘ und anschließend einen neuen Speicherort aus.

 

Komplettsicherung als Datenträgerabbild:

Hier gibt es zweierlei Ansätze. Entweder stoßen Sie das Backup manuell an, oder lassen es zu (einem) festgelegten Zeitpunkt(en) täglich ablaufen.

 

Manuell:

Laden Sie folgendes .zip herunter und entpacken Sie es z.B. auf dem Desktop. Die enthaltene Verknüpfung startet das Windows-Systemabbild Backupprogramm ohne dass Sie sich lange durch die Systemsteuerung klicken müssen: Backup

Mit einem Doppelklick auf ‚Backup‘ starten Sie die Abbilderstellung. Im erscheinenden Menu wählen Sie entweder Ihre externe Festplatte aus oder auch die Sicherung auf DVD(s) oder einem freigegebenen Netzwerkordner (z.B. auf einem NAS). Die inkrementelle Erstellung von Backups funktioniert leider nur für Festplatten, wählen Sie ein Netzlaufwerk wird immer ein volles Abbild erstellt, was zum einen mehr Zeit in Anspruch nimmt und zum anderen auch deutlich mehr Platz benötigt. Ist der Platz am Sicherungsort irgendwann voll, werden alte Abbilder gelöscht.

Nach einem Klick auf ‚Weiter‘ und ‚Sicherung starten‘ wird das Backup erstellt. Je nach Umfang kann dies eine Weile dauern.

 

Automatisch:

Hierfür rufen Sie die Einstellungen für die Sicherung und Wiederherstellung auf. Drücken Sie dazu die Windowstaste+R, geben ein ’sdclt‘ und bestätigen mit Enter.

In dem erscheinenden Fenster klicken Sie auf ‚Sicherung einrichten‘.

Wählen Sie zuerst den Speicherort für die Sicherung aus. Sollten Sie mehrere Festplatten oder Partitionen von Ihrem Computer sichern wollen, wählen Sie im nächsten Schritt ‚ Auswahl durch Benutzer‘ und wählen Sie alle Quellen an, die Sie mitsichern wollen.

Nach einem Klick auf ‚weiter‘ haben Sie noch die Möglichkeit den Zeitplan für die Automatische Sicherung anzupassen. Ob das nun täglich oder wöchentlich ist, liegt an Ihnen. Ich empfehle eine häufigeres Backup.

 

Wiederherstellung:

Wiederherstellung einzelner Daten:

Öffnen Sie die Systemsteuerung und navigieren Sie zu ‚System und Sicherheit‘ -> ‚Sichern und Wiederherstellen‘ und klicken Sie dort auf ‚Eigene Dateien wiederherstellen‘. Ein Fenster öffnet sich, hier haben Sie die Auswahl ‚Suchen…‘, ‚Nach Dateien suchen‘, ‚Nach Ordnern suchen‘. Wählen Sie eine der Optionen, geben Sie den Datei- oder Ordnernamen der wiederherzustellenden Elemente ein und starten Sie die Suche. Nach kurzer Zeit können Sie in der Liste die entsprechenden Daten zur Wiederherstellung auswählen.

Komplette Wiederherstellung:

Zuerst starten Sie Windows im erweiterten Startmenü, dazu klicken Sie auf Start( Windowsicon) und mit gedrückter Shift-taste auf Ein/Aus, dann auf Neustarten.

Im erweiterten Startmenü navigieren Sie über ‚Problembehandlung‘ -> ‚erweiterte Optionen‘ zu ‚Systemimage-Wiederherstellung‘ .

Windows wählt automatisch das aktuellste Abbild aus, alternativ können Sie über ‚Systemabbild auswählen‘ auch einen früheren Stand wiederherstellen.

 


macOS:

Im Apple-Betriebssystem gestaltet sich die automatische Sicherung denkbar einfach. Mit der Tastenkombination cmd+Leertaste öffnen Sie ein Suchfenster, geben ein ‚timemachine‘ und bestätigen das mit Enter.

Es wird Sie ein Fenster begrüßen, welches Sie darauf hinweist, dass noch kein Ort für Backups eingerichtet ist, klicken Sie auf ‚Time Machine konfigurieren‘.

Mit einem klick auf  ‚Backup-Volume auswählen‘ legen Sie Ihren Sicherungsort fest. Dies kann eine externe Festplatte, eine Apple Timecapsule oder eine Netzwerkfreigabe auf einem NAS sein. Ebenso haben Sie die Möglichkeit die Option zur Verschlüsselung der Backups zu wählen.

Aktivieren Sie nun die Option ‚Automatische Datensicherung‘. Das war’s auch schon!

 

Wiederherstellung:

Starten Sie die TimeMachine wie oben gezeigt. Es wird Ihnen ein Verlauf der Sicherungen angezeigt, durch welchen Sie blättern können. Zum Wiederherstellen wählen sie die gewünschten Dateien/Ordner aus und klicken Sie auf ‚wiederherstellen‘.

Sollte Ihr Mac gar nicht mehr korrekt starten, können Sie im Recovery-Modus (bei Anschalten cmd+R gedrückt halten) die Option ‚Aus TimeMachine Backup wiederherstellen‘ wählen und dort das entsprechende Backup auswählen.

Für den Fall, dass Sie Ihren Mac gegen ein anderes Modell gewechselt haben ist dies auch eine einfache Möglichkeit Ihre Daten auf das neue Gerät zu migrieren.

 


Linux:

Zur Verwendung dieses Backupscripts ist es notwendig, dass das Paket ‚rsync‘ installiert ist. Ggf. müssen Sie dieses nachträglich über den Paketmanager installieren.

Als nächstes laden sie folgendes Skript herunter und entpacken es an einem Ort Ihrer Wahl (z.B. ~./.backup/backup.sh) : backup.sh

Machen Sie das Script ausführbar:

chmod u+x ~/.backup/backup.sh

Als nächstes muss das Skript noch ein wenig an Ihre Bedürfnisse angepasst werden. Öffnen Sie es dazu mit einem Texteditor Ihrer Wahl.

Entfernen Sie das ‚#‘ vor Target und tragen Sie hier den Pfad ein, an welchem die Sicherung gespeichert werden soll. Dies kann entweder ein Ordner auf der externen Festplatte sein, eine gemountete Netzwerkfreigabe oder ein Pfad auf einem entfernten SSH-Server.

Um sicherzugehen, dass die externe Festplatte oder die Netzwerkfreigabe auch eingebunden ist, tragen Sie den Mountpoint hinter #MOUNTPOINT ein und entfernen auch hier das ‚#‘.

Für den Fall, dass Sie auf einen entfernten Server via SSH sichern wollen, tragen Sie Ihren Nutzernamen und die IP des Servers in SSHUSER und TOSSH ein und entfernen die anführende Raute.

Mittels

sh ~/.backup/backup.sh

starten Sie das Backup. Das initiale Backup kann dabei etwas länger dauern, Folgende sollten schneller erledigt sein, da nur neue Daten kopiert werden müssen.

Um das Backup zu automatisieren, tragen Sie das Skript einfach als Cronjob ein.

 

Wiederherstellung:

Kopieren Sie von Ihrem Backupverzeichnis die Daten wieder auf Ihr Hauptverzeichnis. Im Backupverzeichnis finden Sie eine Ordnerstruktur für tägliche Backups innerhalb eines Monats, sodass Sie auch frühere Versionen der Datensätze verwenden können.

 

 

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